Zwischen Braeburn und Birdie: Golfclub Lana im Test

Reifende Äpfel am Golfplatz Lana mit Fairway und Bergkulisse im Hintergrund
Apfelbäume säumen die Fairways, über dem Platz thront die Burgruine Brandis: Wir spielen den Golfclub Lana und zeigen, welche Bahnen besonders reizen – plus Genuss- und Hoteltipp für den Golfurlaub bei Meran.

Wo Baumreihen die Linie vorgeben

Abschlagen zwischen Pinova, Granny Smith und Braeburn: Schon am ersten Tee des Golfclubs Lana wird klar, dass diese Runde mitten durch eine gewachsene Südtiroler Kulturlandschaft führt. Die Äste reichen bis ans Spielfeld, daran hängen im August bereits pralle Äpfel, manche mit ersten roten Backen. An einem warmen Sommertag wird der Schatten der Bäume schnell zum angenehmsten Begleiter der Runde.

Unterhalb der Burgruine Brandis im Meraner Land, eine knappe halbe Autostunde vom Flughafen Bozen, liegt der Platz mitten in Lana, beinahe verborgen zwischen Höfen und Obstgärten. Neun Löcher, Par 35, knapp 2.800 Meter: Für Südtirol ist das eine beachtliche Länge. Architekt Michael Pinner, einst in der Lehre bei Jack Nicklaus, machte die Obstwiesen zum Herzstück seines Entwurfs. Die Fairways folgen den Gassen zwischen den Apfelreihen. So wird jeder Schlag zu einer charmanten Mischung aus Präzision, Überblick und Einfallsreichtum.

Golferin beim Schlag auf dem Golfplatz Lana neben einem Golfcart Mitten im Spiel: Zwischen Bäumen und Bergkulisse zählen Präzision und Gefühl. Foto: Andreas Bienert

Burgruine, Kirchturm und Bergpanorama

Über der Anlage thront die Ruine. Wer zwischen zwei Schlägen den Kopf hebt, blickt ins Etschtal und auf die Bergkulisse rund um das Meraner Becken – am Augustmorgen klar gezeichnet, am Nachmittag sanft blau in der Wärme. Der rote Kirchturm von Lana taucht auf fast jeder Bahn am Horizont auf und wird dabei zum vertrauten Orientierungspunkt der Runde.

Golfgrün am Gutshof Brandis mit der Burgruine oberhalb des Golfplatzes Lana Über Grün und Gutshof thront die Burgruine Brandis. Foto: Birgit Werner

Der erste Eindruck ist entspannt. Spätestens auf drei markanten Bahnen zeigt der Platz, wie viel taktischer Reiz in seinem klaren Layout steckt.

Bahnen, die im Gedächtnis bleiben

Bahn 1 gilt vielen als die schönste, schon weil sie sich beinahe aus dem Frühstückskaffee herausspielen lässt. An warmen Sommertagen belohnt ein früher Start mit frischer Luft und einem besonders klaren Blick. Das Fairway zieht sich an einer leichten Schräge entlang; nach der Landung nimmt der Ball gern den Hang nach rechts mit. Wer links der Mitte anspielt, lässt das Gelände für sich arbeiten und erlebt gleich zu Beginn, wie fein Landschaft und Spiel hier zusammenfinden.

Bahn 1 des Golfplatzes Lana mit Fairway, Obstgärten und Blick ins Etschtal Bahn 1: Vom Abschlag führt das Fairway weit ins Etschtal. Foto: Andreas Bienert

Mit Köpfchen über Wasser und Sand

Auf Bahn 4, einem Par 5, wartet das Motiv, über das im Clubhaus besonders gern gesprochen wird: der Teich. Er liegt genau dort, wo sich für den zweiten Schlag eine reizvolle Entscheidung öffnet. Die überlegte Variante führt bis ans Ufer und von dort mit einem Pitch aufs Grün. Wer den großen Schlag liebt, nimmt die direkte Linie über das Wasser. Beide Wege geben dem Loch seinen eigenen Spannungsbogen.

Teich auf dem Golfplatz Lana mit Golfspielern, Bäumen und Bergpanorama Der Teich gibt den mittleren Bahnen ihren besonderen taktischen Reiz. Foto: Birgit Werner

Auf der benachbarten Bahn 5 bekommt dieses Spiel eine feine Zuspitzung: Links begleitet Wasser den Weg zum Grün, rechts setzt ein Bunker den Kontrapunkt. Dazwischen öffnet sich ein schmaler Korridor für den Annäherungsschlag. Eine bewusst gewählte Linie und das passende Tempo werden hier mit einem besonders schönen Blick auf die Fahne belohnt.

Bunker und Grün auf dem Golfplatz Lana vor Obstzeilen und Bergen Bunker, Grün und Obstzeilen rahmen den Annäherungsschlag eindrucksvoll. Foto: Andreas Bienert

Bahn 7: Länge mit Plan

Bahn 7 ist das längste Par 4 der Runde und auf der Scorecard mit Handicap 1 geführt. Von Weiß sind es 401 Meter, von Gelb 376. Der Abschlag braucht eine klare Linie, damit für den zweiten Schlag ein guter Winkel ins Grün bleibt. Hier zählt nicht nur Länge: Wer die Bahn in zwei saubere Schläge zerlegt, hat sich die Chance aufs Par ehrlich erspielt.

Grüns, die feines Gespür belohnen

Auch die Grüns verdienen Aufmerksamkeit: leicht ondulierte Flächen mit Kuppen und Senken, die sich erst beim genauen Lesen vollständig zeigen. Jeder Putt lädt dazu ein, Linie und Tempo mit Gefühl aufeinander abzustimmen. Im Hochsommer präsentieren sich die Grüns fest, schnell und gleichmäßig. Die frühe, gezielte Bewässerung zeigt Wirkung – selbst bei dreißig Grad bleibt der Rasen gepflegt und verlässlich.

Auf der Scorecard liest sich die Runde angenehm: flaches Gelände, kurze Wege und ein Format, das auch Einsteiger willkommen heißt. Wer gerade spielt, schafft die neun Löcher in etwa anderthalb Stunden – an einem warmen Sommertag ein komfortabler Rhythmus. Zugleich schenken die Obstreihen jeder Bahn eine klare Kontur. Präzision fühlt sich hier besonders lohnend an.

Im Rhythmus der Obstgärten

Die Apfelbäume entlang der Bahnen gehören den umliegenden Bauern und tragen, was in der Region traditionell wächst: Golden Delicious, Gala, Braeburn und Granny Smith. Im August sind die Früchte deutlich gewachsen; manche zeigen schon rote Backen, andere leuchten sattgrün. Zwischen den Reihen schalten sich die Bewässerungsanlagen ein und aus, ihr leises Plätschern begleitet die Runde. Unter den dichten, sattgrünen Kronen bekommt auch eine Trinkpause ihren eigenen Sommermoment.

Apfelbäume entlang eines Fairways auf dem Golfplatz Lana vor der Bergkulisse Obstzeilen und Fairway gehen in Lana unmittelbar ineinander über. Foto: Andreas Bienert

Ein genussvoller Ausgang auf der Terrasse

Zum Ausklang zieht es die Spieler auf die Terrasse des Gutshofs: ein gekühltes Glas Weißwein vom eigenen Weingut, dazu – mit etwas Glück – eine der Pizzen, für die der Ort weit über die Talgrenzen hinaus bekannt ist. Spätestens hier wird spürbar, was Lana so besonders macht: Golf und Obstbau bilden eine selbstverständliche Einheit. So klingt selbst ein heißer Augusttag genussvoll und ganz im Rhythmus des Südtiroler Alltags aus.

Clubhaus des Golfclubs Lana im Gutshof Brandis mit Weg und Hinweisschild Am Gutshof Brandis beginnt und endet die Runde – mit Clubhaus und Terrasse inmitten des Grüns. Foto: Andreas Bienert

Golfurlaub mit kurzen Wegen

Wer die Runde mit ein paar Tagen in Meran verbinden möchte, findet mit dem Partnerhotel Hotel Mignon Meran Park & Spa einen stilvollen Ausgangspunkt. Der Golfclub Lana liegt nur rund 12 Kilometer und damit wenige Autominuten entfernt. Nach der Runde warten im familiengeführten Fünf-Sterne-Hotel ein mediterraner Park und das 2.000 Quadratmeter große Park Spa – eine ebenso entspannte Fortsetzung des Südtiroler Golftags.

Wissenswerte Infos

„Golfanlage des Golfclubs Lana“ Offizielle Beschreibung der Golfanlage

 

„Scorecard des Platzes“ Offizielle Scorecard

 

„Greenfee und Startzeiten“ Aktuelle Preise des Golfclubs Lana

 

„Kontakt und Anfahrt“ Kontaktseite des Golfclubs

 

„Gutshof Brandis“ Restaurant Gutshof Lana

 

„Südtiroler Apfelsorten“ Südtiroler Apfelvielfalt und Erntekalender
Hotel Mignon Meran Park & Spa Golfurlaub im Hotel Mignon
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