Dr. Werner Pröbstl – ein Mann und viele Taten! Zum Beispiel die Errichtung einer Biathlon-Tribüne im Golfclub Starnberg.

Der Mann, der auf dem Foto oben abschlägt, ist 68 Jahre alt und heißt Dr. Werner Pröbstl. Er ist der sympathischste Funktionär, der mir in meinem gesamten Sportjournalisten-Leben begegnet ist. Fast ein Jahrzehnt lang agierte er als Vize-Präsident des Bayerischen Golf Verbandes und trug einen beträchtlichen Anteil daran, dass der BGV ein hohes Ansehen sowohl in der Inklusions- als auch der Medienwelt genoss. (Heute liegt die Pressearbeit des Verbands eher im Bereich von Ruanda – ohne jetzt Ruanda irgendwie näher treten zu wollen.)

Außerdem gab Pröbstl 16 Jahre lang den Präsidenten des Golfclubs Starnberg und führte ihn zu wunderbarer Blüte. Logisch, dass das Abschiedsturnier „Preis des (dritten) Ehrenpräsidenten Werner & Friends“ nun auf „seiner“ Anlage stattfand. Das Foto zeigt den Abschlag des Präsidenten an der ersten Bahn. Dass er missglückte – ja mei. Pröbstl lächelte darüber. Er nahm sein eigenes Spiel niemals so ernst wie die Aufgaben als Funktionär. Und selbst in jene brachte er seine – bisweilen etwas ironische bis selbstironische – Heiterkeit ein.

Legendär auch seine Streiche. Vor etlichen Jahren teilte er in einer Rund-Mail mit, dass bei den Olympischen Winterspiele von Garmisch-Partenkirchen die Biathlon-Rennen auf der Anlage des GC Starnberg ausgetragen würden und die Tribüne auf die Driving Range käme. Einige Mitglieder reagierten entsetzt bis empört. Bis sie entdeckten, dass die Mail das Datum 1. April trug.

Bei der Abend-Gala des Turniers begrüßte Pröbstl einen Funktionär mit den Worten „Du bist zwar vom Verband, aber trotzdem ein netter Kerl.“ Und fuhr fort:

„Eine meiner schwierigsten Reden – weil sie ein bisschen sentimental ist. Dank an alle, die mich 16 Jahre lang begleitet haben. Das heute ist ein Klassentreffen. In 16 Jahren muss man sich mit dem einen oder anderen anlegen und verliert Freunde. Aber dafür habe ich auch irrsinnig nette neue Leute kennengelernt.“

Zum Beispiel den Verpächter der Anlage, der ihm einst mitteilte: „Mei, früher san hier die Rindviecher über die Wiesn glaffa…“ (Früher sind hier Rindviecher über die Wiesen gelaufen.)

„Dieses Turnier heute war für mich ein Dankeschön. Denn die 16 Jahre waren nie eine One-Man-Show. Sondern immer Teamarbeit.“

Beispielsweise, um gemeinsam den berühmten Greenkeeper Andy Matzner zu einem Engagement beim GC Starnberg bewegen zu können: „Wir haben unsere halbe Leber dafür riskiert, um ihn zu kriegen!“

Und als wiederum Jahre vorher der GC Starnberg IHN kriegen wollte, den Pröbstl, „als mir die Präsidentschaft angeboten wurde“, da „hat meine Frau mit Selbstmord und Scheidung gedroht. Ich sagte ‚Na gut, an irgendwas muss man irgendwann sterben‘ und wurde Präsident.“

Die Ehe hielt trotzdem und „Ehefrau“ Isi erwies sich oftmals als Fels in der Brandung. Beim Turnier an diesem Tag traten sie gemeinsam auf und wurden als Duo 29. bei insgesamt 72 Teilnehmer/innen. Ein würdiger Rang. Die Sieger hießen im Brutto Karola Fetzer/Oliver Neumann vom GC Starnberg mit 35 Punkten und im Netto Claudia Bachmair-Vogl/Jörg Schlockermann (Münchener GC/GC Licher) mit 44 Zählern.

Jede/r wollte sich an diesem Turniertag mit Dr. Werner Pröbstl (links) fotografieren lassen – sogar ein Medienvertreter (rechts), welcher der Redaktion durchaus bekannt ist

„Es war ein Gauditurnier“, so Werner Pröbstl bei der Siegerehrung, „auch wenn ich selbst mit meinem Spiel keine Gaudi hatte. Wir haben viele Ehepaare zusammen spielen lassen und bieten jetzt Eheberatung an.“

Es folgten zahllose Lobesreden und als gewissermaßen Höhepunkt des Offiziell-Lebens jene des Präsidenten des Bayerischen Golf Verbandes, Malte Uhlig, der gestand, dass ihm „heute auf dem Platz immer Gershwins Summertime in den Sinn gekommen ist. Denn für uns ist das eine besondere Zäsur. Für Dich, lieber Werner, offenbaren sich neue Horizonte. Du kannst jetzt ganz privat über den Platz gehen – frei von Verantwortung und Stress.“

Wie schön!

Vor allem für Gattin Isabella.

Golf-Stories.com wünscht auf alle Fälle viel, viel Vergnügen im amtslosen Leben!

Text und Fotos dieser Story & Copyright: Jupp Suttner

Und hier noch eine Würdigung von Dr. Werner Pröbstl – inklusive Aufzählung aller seiner Großtaten für den GC Starnberg – von Andreas Dorsch (Leading-Golf.de) :

https://leading-golf.de/2022/06/18/werner-proebstl-verabschiedet-sich-von-der-golfszene-und-seinen-weggefaehrten/

Anmerkung:

 

Während der Corona-Hochphase erschien

im Herbst 2020 auf Reise-Stories.de

folgendes Interview:

 

VON JUPP SUTTNER    ///    Regelmäßig veröffentlicht das Online-Magazin Reise-Stories.de ein aktuelles Mini-Interview zum persönlichen Erleben der momentanen Zeit. Unsere Gesprächspartner/innen: Persönlichkeiten aus den Bereichen Tourismus, Sport, Kultur, Wirtschaft, Medien, PR und Marketing. Heute:

 

WERNER PRÖBSTL (66),

 

„schon immer“ in München lebender und seit 15 Jahren als Präsident des GC Starnberg agierender Golf-Liebhaber, der seit neun Jahren auch als Vize-Präsident des Bayerischen Golfverbandes maßgeblich zum Erfolg dieses Spiels im Freistaat und darüber hinaus beiträgt.

 

Infos: www.gcstarnberg.de

Eine Frage, die wir als REISE-Magazin als Erstes stellen müssen: Was wäre ihr Urlaubs-Sommer-Traumziel 2020 gewesen, wenn es keine Reisebeschränkungen gegeben hätte?

Was den Sommer betrifft, habe ich ein einziges Traumziel, das ist zu Hause in Bayern bleiben. Wenn das Wetter hier passt und das hat es die letzten Jahre, gibt es keine schönere Gegend als Bayern. Landschaft, die Wirtschaften, Golfplätze und Seen einmalig.

Und wie haben Sie Ihren Urlaub TATSÄCHLICH verbracht?

 

Im Sommer – siehe oben – zu Hause. Die meisten Reisen mache ich im Winter, da waren wir letztes Mal sechs Wochen in Marokko, das Jahr davor zwei Monate in Australien. Seit Jahren verfolgen wir aber die Strategie, wenn der Sommer mal richtig schlecht wird, spontan in den Süden zu fahren, hat es aber nie gebraucht.

Welches Buch hat sie während Ihres Sommerurlaubs am meisten fasziniert?

NSA – Nationales Sicherheitsamt von Andreas Eschbach. Faszinierendes Buch, das einem aber auch Angst macht. Der Autor verlegt die Möglichkeiten der Datenkontrolle ins Dritte Reich und auch das Bargeld wird abgeschafft. Er zeigt die Möglichkeiten, die autoritäre Staaten haben. Wenn man damit fertig ist, denkt man erst einmal nach.

Welches Spiel spielten Sie während Ihres Sommer-Urlaubs am liebsten?

Golf, Golf und nochmal Golf. Ansonsten spielen wir daheim eigentlich fast nie Spiele. Wir sind tagsüber mit allem möglichen gut beschäftigt und am Abend wird schön gegessen, das nimmt viel Zeit in Anspruch.

Und jetzt im Herbst – welche Musik bewegt Sie am meisten zu dieser Jahreszeit?

Leider aktuell keine Live Konzerte oder Oper. Jetzt wäre eigentlich – ohne Corona – wieder die Zeit, sich dafür Zeit zu nehmen, auf was ich mich regelmäßig freue. Da aber nur Klassik, am besten vor der atonalen Zeit. Daheim oder unterwegs höre ich alles, quasi cross over, von aktueller Musik bis Klassik. Am meisten bewegen mich aber wohl die Balladen meiner Jugend. Nennen wir es mal sanfte Oldies. Da werden Erinnerungen wach. So ging es wahrscheinlich auch meinen Eltern mit Johannes Heesters.

Was schwebt Ihnen für den Winterurlaub vor?

Da scheiden sich Wunsch und Wirklichkeit. Geplant war eine schöne Reise, zwei Monate Südamerika, mit Kreuzfahrt und Antarktis. Kann ich mir nicht vorstellen, dass das irgendwie klappen kann. So wie es aussieht werden wir den ersten Winter komplett in München verbringen. Aber auch hier kann man sich gut arrangieren. Ich mag halt die Kälte nicht. Ski fahre ich auch nicht mehr, siehe Kälte, aber wer weiß vielleicht kriege ich diesen Winter mal wieder Lust drauf. Vor allem wenn – was zu vermuten ist – diesen Winter etwas weniger los ist.

 

Interview: Jupp Suttner

 

 

 

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