DER BRENNINGER | EIN BAYRISCHER RORY McTIGER WÄR’ RECHT!

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Brenninger erfuhr davon etwa 50 Meter vor dem Green. Und er erschrak über das, was ihm eben gesteckt worden war, in einem derartigen Maße, dass er den Ball ganz schrecklich toppte statt ihn schön mittig zu schlagen. Er erfuhr: Dass die Mitgliederversammlung eines oberbayerischen Golfclubs darüber ab zu stimmen hatte, wie man 30 000 überflüssige Euro für einen guten Zweck verwenden solle.

Zur Auswahl standen:

Entweder das Geld für ein neues Par 3-Wasserloch zu verwenden – oder für die Jugendarbeit.

Die Entscheidung fiel zugunsten des Wasserlochs.

Jugend? Nach mir die Sintflut bitte. Kein Herz für Kinder also auf besagter Anlage – dabei ist der Nachwuchs das drängendste Problem des Golf-Sports. Auf europäischer Ebene sind dramatische Rückgänge bei der Mitglieder-Entwicklung unter 16 Jahren zu verzeichnen, auch in Deutschland sieht es in manchen Landesverbänden düster aus. Und in Bayern? Ja, man möchte es nicht glauben, aber der Brenninger erfuhr:

Sogar in seinem selbstbewussten Mia-san-mia-Revier ist ein Minus zu verzeichnen! Allerdings: Nur ein ganz, ganz winziges. (Und vielleicht hätte ja bereits der Verzicht auf ein Wasserloch dafür gesorgt, diese Kinder-Golf-Bilanz wieder in ein angenehm zu betrachtendes Plus zu verwandeln…)

Trotzdem also das Wort Dramatik noch weit von Bayerns Kinder- und Jugendgolf-Entwicklung entfernt ist, „muss man bereits den ersten Signalen“, las Brenninger in einem freistaatlichen Golfmagazin, „Aufmerksamkeit schenken!“. Denn grundsätzlich habe man sich „zu sehr darauf verlassen, dass die Kinder von Golf spielenden Eltern automatisch auch zu kleinen Golferinnen und Golfern geraten“. Doch wer Kinder habe, wisse: Nicht immer würden die Minis machen, was die erziehenden Maxis sich wünschen.

„Dennoch“, dachte sich Brenninger, „es nützt nichts, jetzt den Sand in den Kopf zu stecken“ (wie Nicht-Golfer Lothar Matthäus mal erkannte), sondern es gelte viel mehr, aus der Tiefe aller Bunker heraus zu kraxeln und die Sache an zu packen.

Was vom Bayerischen Golfverband, also von Verbandsseite her, erfreulicherweise bereits sehr intensiv geschehe, wie er erfuhr. Und dass auch von etlichen Clubs eine äußerst lobenswerte Nachwuchsarbeit praktiziert werde (der GC Valley München beispielsweise stecke jede Saison rund 75 000 Euro in seine Jugendarbeit). Und dass es von privatwirtschaftlicher Ebene auch bereits Initiativen gesetzt habe – etwa in Form eines Kinder-Golf-Castings, das die Münchner Abendzeitung in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Pro Tino Fischer auf die Beine gestellt hatte:

Mehr als 60 Kids nahmen jedes Jahr daran teil!. Und die 15 Sieger erhielten zwei Mal wöchentlich den gesamten Sommer hindurch ein Extra-Training als besonders Begabte. Aber als die AZ vor ein paar Jahren pleite gegangen war und den Besitzer gewechselt hatte, sei die Aktion natürlich eingeschlafen.

„Wie schade“, dachte sich der Brenninger. „Denn wer weiß – vielleicht wäre ja eines dieser Kinder derart talentiert gewesen nicht nur an Technik, sondern auch an Willen und Ehrgeiz, dass es eines Tages zu einem neuen Bayern-Star à la Bernhard Langer geworden wäre!“

Und damit als Vorbild für wiederum die nächste Generation gedient hätte. Denn dies schließlich sei, mutmaßte der Brenninger, doch eines der wichtigsten Argumente für Kids, sich an einem bestimmten Sport zu begeistern: das Wirken eines erfolgreichen Idols, dem man es gleich tun möchte.

Wobei jenes Idol möglichst jung, cool, locker und lässig sein sollte – so dass das Fernsehen und andere Massen-Medien gar nicht daran vorbei kämen, über diesen Golfer zu berichten.

„Ein bajuwarischer Rory McTiger wär’ halt recht“, seufzte der Brenninger.

Und wusste:

ER würde es nicht mehr werden.

Aber von den Harthausenern (das waren die mit dem 30 000 Euro-Wasserloch statt einer 30 000 Euro-Kinderförderung) – garantiert auch keiner. So dass Brenninger jenen, die sich für das Wasserloch aussprachen, nichts sehnlicher wünschte – als dass sie für mindestens 30 000 Euro Bälle darin verlieren mochten.

Jupp Suttner

Wer den Brenninger nicht kennt: Der ist  47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler. Er ist auch oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de – niedergeschrieben von Jupp Suttner. Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist. Wer genau hinter B. steckt – wer weiß das schon…

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